Elisabeth Leitner

Am Ziel beginnt schon der nächste Weg. Neue Begegnungen, neue Zusammenhänge entdecken, ich kannʼs kaum erwarten. Wo andere noch keine Verbindungen sehen, da knüpfe ich gerne neue. Zwischen Fakten und Fakten, Kompetenzen und Kompetenzen, Stadt und Land, aber vor allem: zwischen Menschen und Menschen.

Von St. Pantaleon in Niederösterreich, meinem Geburtsort, bis nach Kärnten an den Rand der Nockberge und dann nach Graz: Mein Lebens- und Berufsweg ist einigen roten Fäden gefolgt, aber es gab auch ein paar inhaltliche Schlenker und biografische Abzweigungen. Vom Land in die Stadt. Und zurück dorthin, wo das eine dem anderen besonders nahe liegt.

 

Zunächst aber zog mich das Architekturstudium nach Wien. Dort habe ich auch vor den Türen der Bibliotheken und Hörsäle so einiges gelernt: das Wertschätzen etwa. Von räumlichen und baulichen Qualitäten. Aber auch, dass unter der gebauten, manifesten Oberfläche oft die spannendsten Geschichten stecken können. Ins Herz geschlossen habe ich Wien aber vor allem wegen der Menschen, denen ich zwischen den Häusern und in ihnen begegnet bin. Aber nicht nur diese Zeit hallt bei mir bis heute nach, auch die Liebe zur Musik: Entzündet hat sie sich schon früher, während meiner Zeit am Musikgymnasium in Linz.

 

Beruflich durfte zum Glück auch etwas von dieser Passion mitschwingen: Zumindest wenn es darum ging, das Gehör zu schulen. Für Wünsche von KundInnen und ArchitektInnen, als ich im Schauraum bei der Fa. Eckert Glas tätig war. Das Ausformulieren von Wünschen, die gar nicht die eigenen sind, auch das war hilfreich bei meiner nächsten Station: Im Architekturbüro nonconform galt es, Prozesse zu gestalten, nämlich BürgerInnenbeteiligungsverfahren, Abläufe und Formate harmonisch abzustimmen – und da war sie wieder, die Musik. Wie auch beim Orchestrieren von Symposien, die ich organisiert habe. Oder auch als Leiterin eines besonders engagierten Ensembles: dem europäischen Architekturnetzwerk Wonderland. Gerne habe ich auch immer dafür gesorgt, dass Veranstaltungen auch zu Ereignissen werden – wenn`s sein soll auch mit Paukenschlag. So gerne, dass ich schließlich berufsbegleitend Eventmanagement studierte.

 

Als sich schließlich die Möglichkeit bot, zweigte ich beruflich in die Forschung und Lehre ab, neun Jahre lang, an der TU Wien. Dort versuchte ich, im fachlichen Diskurs stets auch Zwischentöne aufzunehmen, aber auch zu setzen. Manche davon haben sogar ein langes Echo produziert: Wie das Thema der Kulturhauptstädte, mit dem ich mich schon während meiner Dissertation beschäftigt habe. Daraus ist eine Plattform entstanden, kulturhauptstadt2024.at, die inzwischen weit über die Grenzen Österreichs rezipiert wird. Dann leitete ich beinahe fünf Jahre den Studiengang Architektur an der FH Kärnten am Campus Spittal an der Drau da mir die Bildung eine Herzensangelegenheit ist. Deshalb unterrichte ich bis heute an unterschiedlichen Universitäten in Europa.

 

Seit 2019 bin ich Obfrau des Vereins Landluft. Um der Baukultur in ländlichen Räumen auch im öffentlichen Diskurs mehr Augenmerk zu geben. Um den ruralen Raum geht es bei fast all meinen aktuellen Projekten – so auch bei Rurasmus. Denn der ländliche Raum soll für junge Menschen wieder an Reiz gewinnen. Was Frauen bewegt hat, das Land in ihren Fokus zu rücken, versuche ich gemeinsam mit einer Kollegin in unserem Podcast „Mutige Frauen braucht das Land“ zu erforschen. Und im Alpenvorland Bayerns darf ich drei Gemeinden bei ihren Entwicklungsprozessen begleiten und an einer regionalen Baukulturstrategie mitwirken.

 

All diese Bemühungen haben vor allem eines zum Ziel: Menschen zu ermächtigen. Um Lebensräume zu gestalten. Ihren eigenen und den ihrer Mitmenschen. Und dadurch gemeinsam lebenswerten Zukunftsraum schaffen. Das bereitet mir Freude.

 

…und wenn es sich dazwischen oder danach noch ausgeht: Dann geht’s noch zur Chorprobe.

Kontakt

 

DI Dr. Elisabeth Leitner, MBA

el@elisabethleitner.eu